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Manfred Gabriel ist der neue Kaiser

Finnentrop. (ff) „Schieß auf ein Uhr“, lauteten die klugen Ratschläge der Beobachter unter der Vogelstange, die Hubert „Olle“ Klinkhammer, Schützenkönig von 1982, letztendlich aber auch nicht zum erwünschten Erfolg verhalfen. Der Bürgerschützenverein feierte am Wochenende seinen 85. Geburtstag und hatte aus diesem Anlass am Samstag alle ehemaligen Könige zum Kaiserschießen geladen. Insgesamt sechs Bewerber, die sich ein erbittertes Duell lieferten, waren zum Ende des Schießens übrig geblieben.



Mit dem 170. Schuss krönte sich Manfred Gabriel in einer fast zweistündigen Hitzeschlacht zum WM-Kaiser und damit zum Nachfolger von „Regenkaiser“ Eckhard Werner. Doch Gerhard „Flori“ Niklas ließ die Zuschauer am Nordzubringer zum ersten Mal aufschreien, als er den mächtigen Vogel mit dem 153. Schuss um seinen rechten Flügel erleichterte.

Bis dahin hatte sich im Kugelfang nicht viel geregt. Über eine Stunde hatte der riesige Aar alle Schüsse geduldig geschluckt und kaum Blessuren davon getragen. Der scheidende Kaiser Eckhard Werner hatte den Schützen eine schwere Aufgabe gestellt, brachte doch der Kaiservogel stattliche 25 Kilogramm auf die Waage. Wilfried Beckmann, Schützenkönig von 1990, brachte es auf den Punkt: „Vorbei schießen kann man eigentlich gar nicht, der Vogel füllt ja den gesamten Kugelfang aus“.

Mit dem 156. Schuss hatte der spätere Kaiser Manfred Gabriel schon aufhorchen lassen, als er den Vogel um sein Hinterteil erleichterte. Zu den weitere Schützen zählten Major Gerhard Freiburg und Reiner „Amtmann“ Rüschenberg, der 2002 Schützenkönig war. Doch warum durfte Gerhard Niklas eigentlich bei jedem Anlegen gleich zweimal abdrücken? Die Lösung ist einfach, hatte „Flori“ in den Jahren 1972 und 2003 gleich zweimal die Königswürde inne. Der Doppelschütze traf mit dem dritten Schuss auch das Zepter, Hubert Klinkhammer sicherte sich mit dem siebten Schuss den Reichsapfel und Hans Egelmeier, letztjähriger Jubelkönig, schoss mit der 25. Patrone die Krone ab.

Manfred Gabriel, der sich seine Ehefrau Uschi zur Kaiserin erkor, war jahrelang als Kassierer im Vorstand der Bürgerschützen aktiv. Der 66-jährige Pensionär ist Schützenbruder mit Leib und Seele. Das Ehrenmitglied des Bürgerschützenvereins löste damit Eckhard Werner nicht nur als Kaiser ab, er hatte ihn 1984 auch schon als Schützenkönig beerbt.

„Es geht immer der Reihe nach“, hatte Gabriel seinem Vorgänger schon im Vorfeld scherzhaft gesagt, und er sollte am Ende Recht behalten. Für die nächsten fünf Jahre hören die Bürgerschützen nun auf sein Kommando.

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Text: Kai Hoffmann